Ohne dass man es merkt, macht man manchmal eine Entdeckung, die eigentlich eine kleine Sensation ist. Zumindest für diejenigen, die ebenfalls ähnliche Interessen haben. Eine solche Entdeckung haben wir gemacht. Und wie alles, was wir auf diesen Seiten schreiben, fängt auch unsere Entdeckung mit einer Geschichte an.

Der Bauch von Paris*

*Titel eines weltberühmten Romanklassikers von Emile Zola

Schon vor Mitternacht ächzen die Pferdewagen der Bauern und Händler aus der Umgegend in Richtung der Portes, der Stadttore von Paris. Die Kutscher benutzen die Tatsache, dass die Pferde den Weg, den sie schon seit Jahren Tag für Tag einmal in diese, einmal in jene Richtung trotten, im Schlaf kennen, für ein kleines Nickerchen. Und so rumpelt es Nacht für Nacht auf dem Kopfsteinpflaster aller Straßen, die vom Stadtrand sternförmig genau in die Mitte, den Bauch von Paris führen. Dieser Bauch bezeichnet aber nicht nur die Mitte der großen Stadt, sondern auch das, was im Allgemeinen so mit dem Bauch verbunden wird. Ein Blick auf die Karren, die noch immer durch die nächtliche Metropole rollen, erklärt es: unglaubliche Mengen von Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch, Geflügel und Molkereiwaren gibt es zu sehen. Und diese sollen den Bauch des Zentrums der französisch sprechenden Welt füllen. "Les Halles" - die Hallen, so nennt man diesen Bauch, sind das Ziel der allnächtlichen Prozession. Gleich neben dem Friedhof der Unschuldigen, dem Cimétiere des Innocents, erheben sich die riesigen Hallen, eiserne, durch Glas durchbrochene Zeugen einer neuen Ära der Baukunst.

Hier angekommen, erwachen die Kutscher, rufen ein paar der herumstehenden Nachtschwärmer zu sich her, die hier auf ein Sou hoffen, die sie für ihre Hilfe bekommen, und entladen die schweren Gefährte. Jeder kennt seine Stelle, die er in den Hallen für den Verkauf seiner Waren nutzen darf. Kunstvoll werden wie Waren aufgeschichtet, um die Käufer, die erst in einigen Stunden kommen werden, zu locken. Inzwischen ist das Gewühl rund um die Hallen zu einem riesigen Durcheinander geworden: hunderte von Karren mit vor sich hin dösenden Pferden davor und Kisten und Körben von Waren rund um sie herum. Menschen, die schwere Lasten durch die Dunkelheit, die nur hier und da durch Laternen durchbrochen wird, schleppen. Und noch einige, die ihrer Kleidung nach zu den wohlhabenden Bürgern der Stadt gehören. Schwarze Fracks, Zylinderhüte und weisse Schals sind stumme Zeugen einer rauschenden Ballnacht ihrer Besitzer. Der Glanz in ihren Augen zeugt von Champagner und manch einer anderen Leidenschaft, der sie sich in dieser Nacht hingaben. Sie mögen noch nicht heimkehren und treiben sich lieber zwischen den schwer arbeitenden Menschen im Bauch von Paris herum.

Sie wissen, dass in wenigen Minuten die Bistros rund um die Hallen öffnen werden. Und Händler ebenso wie die Nachtschwärmer werden dort die Plätze einnehmen. Die einen, um ihr Frühstück einzunehmen, die anderen, um ein spätes Nachtmahl zu verspeisen und wieder andere, die einfach den Durst löschen wollen. Qualvolle Enge herrscht in den Bistros. Das Stimmengewirr lässt den Kopf schwirren. Die Luft ist geschwängert von Tabakrauch, den Ausdünstungen des Weins, dem Duft von Zwiebelsuppe, Eintopf und Sauerkraut. Die verschwitzte alte Mütze des Händlers hängt neben dem glänzenden Chapeau des hoffnungsvollen Sohnes eines Grafen, der direkt zur Linie der regierenden Burbonen gehört.

Wenn der Morgen graut, kehren die Händler zu ihren Ständen zurück und die vornehmen Herrschaften rufen Droschken, um in ihre vornehmen Behausungen zurückzukehren. Doch die Bistros leeren sich nur kurz, denn nun erwacht die Stadt zu neuem Leben. Auf dem Weg zur Arbeit kehren die Pariser ein, um ihr Petit Déjeuner, welches aus Café au Lait und Croissants besteht, einzunehmen. Und so sitzen nun wieder Menschen an den Tischen des "Au Père Tranquille", des "Au Pied de Cochon" und des "Au Chien qui fume"...

Noch immer gehören diese Bistros zum Bild der Stadt und noch immer haben sie praktisch 24 Stunden geöffnet. Kein Problem, hier um 6 Uhr eine Zwiebelsuppe zu essen. Und dennoch hat sich viel verändert. "Les Halles" sind schon seit vielen Jahren abgerissen. Die Händler zogen nach Rungis, einem Vorort von Paris, wo, fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit, noch immer Tag für Tag die Nahrung für die Millionenstadt umgeschlagen wird. Dort, wo einst die Hallen standen, wurde ein Einkaufszentrum vier Stockwerke in die Tiefe gebaut. Lediglich der Name "Forum des Halles" erinnert an den alten Bauch von Paris. Nur noch ein paar der alten Bistros erinnern an eine Zeit ohne Autos und elektrischer Strassenbeleuchtung. Doch auch diese Traditionslokale haben ihr Gesicht verändert. Sie sind nun aufwendig restauriert, mit bunten Markiesen und vielen Plätzen auf der Terrasse. Keine Markthändler stehen hier mehr am Zinc, dem alten Zinntresen. Touristen aus aller Welt ruhen sich hier einen Moment aus, um zu essen oder zu trinken. Und die Preise haben sich dem Publikum angeglichen und lassen manch einen Kleinbürger nur neidvoll hinüberblicken.

Warum wir diese Geschichte erzählt haben? Weil sie Teil des Geheimnisses eines Restaurants ist, dass sich in einem ganz anderen Teil der Stadt befindet, auf der anderen Seite der Seine, im Quartier St. Germain, in der Rue Grégoire de Tours. Wollen Sie das Geheimnis ergründen? Dann klicken Sie hier!

HINWEIS: Wir haben gehört, dass sich die Qualität des Au Beaujolais leider etwas verschlechtert hat. Auch wurde offensichtlich die Speisekarte verändert, so das unsere Angaben sich mittlerweile vom tatsächlichen Angebot unterscheiden. Bei unserem nächsten Parisaufenthalt werden wir das Au Beaujolais erneut testen und wenn nötig auch von unserer Empfehlungsliste streichen.

Sie wollen schnell mehr über das Au Beaujolais wissen? Dann klicken Sie auf die folgenden Themen:

Das Geheimnis des Au Beaujolais

Kurzbeschreibung Au Beaujolais

Wegbeschreibung zum Au Beaujolais

Und für unsere Leckermäulchen kommt hier das, worauf alle sehnsüchtig gewartet haben:

Die übersetzte Speisekarte des Au Beaujolais

Und fehlen darf natürlich auch nicht:

Die ebenfalls übersetzte Getränkekarte des Au Beaujolais

Was Sie noch wissen sollten