Nun wird es auch am CDG bequem:

In eigener Sache: Die Fotos mussten wir leider bis auf eines wieder rausnehmen. Der Platz, den uns unser Provider für Parisweb einräumt, reichte leider nicht mehr aus!

CDGVAL eröffnet!

Plötzlich war es fertig, das kleine Bähnlein am CDG, dass fortan das Leben auf dem Riesenairport bei Paris vereinfachen wird: CDGVAL. An allen Terminals fallen große DIN-A0-Plakate ins Auge, die mit CDGVAL eine neue Ära im französischen Luftverkehr  ankündigen. Bedeutend bescheidener sind dagegen die Hinweise,  w o  denn nun diese Offenbarung im Personentransportgewerbe abfährt. Diesem groben Mangel, der klassisch für französische Verhältnisse ist (Hinweisschilder sind entweder nur auf Französisch oder überhaupt nicht vorhanden oder brauchen Jahrzehnte, um endlich auch für die Millionen Touristen verständlich zu werden), verdanken wir schliesslich eine wirklich gemütliche und sehr intime Probefahrt. Denn wer suchet, der findet schließlich auch CDGVAL. Da aber außer uns kaum Reisende CDGVAL gefunden hatten, fuhren wir sehr gemütlich nur mit ein paar Angestellten des CDG in einer gähnend leeren Bahn. Wir machten ein Rundtour von/bis Terminal 2. Der Bahnhof für CDGVAL befindet sich im obersten Niveau, direkt gegenüber der Rolltreppen zur RER-Station.

Das Bähnlein ist klein und schnuckelig und durch besagte schlechte Beschilderung nur sehr schwach frequentiert. Viel Luft zwischen den Sitzen garantiert eine bedeutend bessere Unterbringung des Gepäcks, wie z.B. in der RER. Und da CDGVAL kostenlos ist, macht es richtig Spaß, ein wenig Sightseeing zu machen. Das Bähnlein verkehrt je nach Bedarf alle 5 bis 10 Minuten und verbindet die Terminals 1-3, die beiden großen Parkplätze und Roissypole (das ist die große RER-Station für die Terminals 1+3 inklusive Busbahnhof (z.B. mit den Shuttlebussen in Richtung Parc Asterix) davor) miteinander. Wie lange die Fahrt  von einem zum anderen Ende dauert, weiß ich gar nicht genau, denn vor lauter Begeisterung habe ich ganz vergessen, auf die Uhr zu schauen. Es können aber nicht mehr wie 10 bis 15 Minuten gewesen sein.

Obwohl das Züglein von der Firma Siemens erbaut wurde, und man in der letzten Zeit ja ganz und gar nicht mehr überzeugt von den dort gepflegten Geschäftspraktiken sein kann, funktioniert es offensichtlich ganz prächtig. Von uns befragte CDG-Mitarbeiter konnten nur von ganz wenigen Betriebsstörungen während der Testphase und den ersten Tagen nach der Eröffnung berichten.

Die Bahn selber ist elektrisch angetrieben, fährt, wie ja schon von einigen Metrolinien bekannt, auf Gummirädern und ist vollelektronisch gesteuert, benötigt also keinen Lokführer. Letzteres kennen wir von Orlyval und von der Metrolinie 14. Ebenfalls von diesen beiden Vorgängern übernommen wurde die Sicherung der Bahnsteige. Glaswände verhindern den Fall vor eine einlaufenden Bahn. Erst wenn die Bahn hält und die Türen der Bahn deckungsgleich mit den Türen in den Glaswänden sind, öffnen sie sich gleichzeitig.

Insgesamt also eine echte Erleichterung für Reisende, die per Flugzeug am CDG ankommen, umsteigen oder abfliegen. Und irgendwann im Laufe der Jahre wird die Beschilderung sicher auch mal so werden, dass sie ins Auge fällt.

Zur Zeit fahren die Navettes, die berühmten Shuttlebusse, nach wie vor und sind, da nach so vielen Jahren einfach bekannt, nach wie vor knallvoll. Und sollte ich es vergessen haben: die Schnellbahn CDGVAL ist, ebenso wie die Navettes, kostenlos.