Essen & Trinken:

Caves aux vins

Nun wird es aber Zeit, dass wir uns den Getränken zuwenden. Schliesslich gehören gute Weine zwingend zum guten Essen! Aber mal ehrlich: die meisten Weinkenner sind lediglich hervorragende Schauspieler. Auch die Franzosen machen da keine Ausnahme. Wenn Monsieur und Madame ausgehen, dann kennen sie in vielen Fällen nur folgende Grundregeln:

1. Zum würzigen Essen gehören trockene Weine.
2. Zum Dessert darf es schon mal ein lieblicher Wein sein.
3. Zu hellem Fleisch wählt man Weisswein.
4. Zu Fisch und Krustentieren gehört ebenfalls Weisswein.
5. Zu dunklem Fleisch ordert man Rotwein.
6. Besteht das Dessert aus Käse, dann sollte der Wein ein Roter sein.
7. Ist man völlig ratlos, wählt man Rosé oder lässt sich vom Kellner beraten (Achtung! Das kann teuer werden!)

Hat man ausreichend Euros in der Tasche, wählt man aus dem Flaschenangebot der Weinkarte aus. Ist die Valuta nicht so üppig, dann nimmt man offene Weine der Hausmarke in der Karaffe oder bestellt halbe Flaschen, die in jedem Restaurant angeboten werden. Da man natürlich ein wenig mehr an Flüssigkeit zum Essen braucht, bittet man ausserdem um eine Karaffe Wasser. Die gibt es selbstverständlich überall (aber nur auf ausdrückliche Nachfrage) und kostet nichts. Ausserdem ist das Leitungswasser in Paris köstlich und gesund! Sagen die Pariser. Stimmt aber. Der Autor hat in zwanzig Jahren Paris noch nie unter Magenverstimmung zu leiden gehabt!

Jeder Supermarkt hat in Paris eine vergleichsweise grosse Weinabteilung. Wer aber glaubt, französische Weine seien in Frankreich preiswert, der hat sich gehörig geschnitten. In der Regel liegt derselbe Wein in Deutschland ein paar Euro günstiger! Aber deswegen den Wein aus Deutschland mitzubringen, ist natürlich Quatsch.

Wenn Sie so richtig Spass haben wollen beim Weineinkauf, dann gehen Sie in ein Spezialgeschäft, einen Weinkeller, auf französisch "Cave aux vins" (Der heisst so, obwohl es sich in den seltensten Fällen wirklich um einen Keller handelt). Davon gibt es so einige Geschäfte an jeder dritten Ecke. Der Klassiker in Paris ist seit vielen Jahren Nicolas. Er ist preisgünstig und hat interessante eigene Weinmarken. Nicolas gibt es in jedem Arrondissement mindestens ein Mal. Erfreuen Sie sich an dem Erlebnis, dem Verkäufer zu sagen, zu welcher Speisefolge Sie Weine haben möchten und bitten Sie ihn um Vorschläge. Sie werden sehen: der Vormittag ist gelaufen! Und mit etwas Glück kommen Sie leicht schräg aus Ihrem Cave aux vins, weil Sie natürlich hier und da eine kleine Kostprobe nicht ablehnen konnten. Tipp: Bei Weinproben zwischendurch Brot essen und Wasser trinken, damit Ihr Gaumen vom Geschmack des zuletzt probierten Weines gereinigt ist und der nächste Wein keine üble Mischung wird.

Noch'n Tipp: Spass haben mit original französischen Weinen von Nicolas mitten in Deutschland? Das ist möglich! Nicolas bietet die Möglichkeit, Weine zu bestellen. Schauen Sie sich mal die entsprechende Homepage an!

Ein letzter Tipp: In Passy (16. Arr.) (wo denn auch wohl sonst?!) gibt es ein Weinmuseum in einem wirklich echten Weinkeller aus dem Mittelalter. Arrangements mit echtem Gerät und lebensgrossen Wachspuppen erzählen von der Geschichte des Weines und seiner Herstellung. Und zum Schluss gibt es sogar noch eine Weinprobe, aber nur deshalb gehen wir da wohl nicht hin, oder?

Ssssollldn Sssssie noch Fragn habn ssssu Wein, dann mehlen Ssssie unsss wasss: einfach unter "Gontaggt" gansss linksch! Hicks! Pardon!