ESSEN & TRINKEN: Restaurant/Bistro/Café etc.

Wer in Paris nicht Essen geht, der war nicht da. Aber man kann sehr viel Geld ausgeben oder einen angemessenen Preis bezahlen. Wenn Sie ein paar Ratschläge berücksichtigen, wird es garantiert nicht so teuer:

1. Seitenstrassen

Je breiter die Strasse, desto teurer das Lokal. Beispiel: der Café auf den Champs Elysées kostet mindestens das Doppelte im Vergleich zu den der Seine abgewandten Seitenstrassen. Meist kostet Sie das einen Umweg von weniger als 50 Metern! Ausserdem finden Sie sich in der Regel dann in einem typischen Bistro wieder und nicht in einer Touristenfalle.

2. Man spricht Deutsch
Lesen Sie dieses oder ein ähnliches Schild, dann wissen die Gastronomen dieser Lokale, dass sie für Franzosen indiskutabel sind, was Preise und Qualität betrifft. Sie suchen die dummen Touristen, um sie über den Tisch zu ziehen. Und zu dieser Sorte gehören wir doch nicht, oder? Schilder vor dem Lokal mit dem Menueangebot sind normal und unverfänglich!

3. Arrondissement
Je näher das Arrondissement am Stadtrand, desto ursprünglicher, französischer und billiger die Lokale (Ausnahmen bestätigen die Regel).

4. Fressmeilen
Es gibt so einige Fressmeilen in Paris. Dort kann man günstig essen, aber auch mal an eine Touristenfalle geraten. Vor dem Betreten, versuchen zu erspähen, wie die Teller der dort schon Sitzenden aussehen. Die Menuekarte durchlesen. Nicht von einem Anreisser, der vor der Tür steht, locken lassen, sondern nur reingehen, wenn man es wirklich will. Hier ein paar Beispiele für Fressmeilen in Paris:
- St. Michel rund um St.Julien-le-Pauvre (Kirche)
- St. Germain am Odéon, in der Rue Grégoire de Tours, der Rue de Bucci und der Rue St.André-des-   Arts
- Panthéon in der Rue Mouffetard
- Bastille in der Rue de Lappe und umzu
- Les Halles in der Rue des Lombards und rund um das Forum
- Place Italie zwischen Italie und Tolbiac (Chinatown)
- Marais vor allem Rue des Rosiers (Judenviertel - koscheres Essen!) und umzu.

5. Berühmte Plätze, Bauwerke, Monumente
Sie werden an touristisch interessanten Plätzen immer stärker zur Kasse gebeten, wie anderswo. Hier gilt: Seitenstrassen (s.o.)! Wenn Sie allerdings Wert auf grandiose Panoramen legen (Tour Eiffel, Seine, Notre Dame etc.), dann müssen Sie auch dafür zahlen!

6. Attraktionen mit Menue
Sie können eine Bootsfahrt auf der Seine machen im gläsernen Schiff und dabei speisen. Sie können sich auch eine Revue ansehen und ebenfalls dabei (bzw. vorher) eine Mahlzeit einnehmen. Sie können das aber auch lassen. Solche Attraktionen können auch ohne Essen gebucht werden. Ist auch besser so. Was die da kochen, kann jeder Giftmischer an der Ecke! Mehr dazu an entsprechenden Orten.

7. Menue oder à la Carte
In jedem Restaurant/Bistro können Sie entweder ein Menue oder à la Carte essen. Die Preise unterscheiden sich erheblich. Meist können Sie sich, wenn Sie ein Menue wählen, aus etlichen verschiedenen Vor-, Haupt- und Nachspeisen die Speisefolge zum Festpreis selber zusammenstellen. Ausnahme: Plat du Jour, das Tagesgericht in den Bistros. Hier gibt es das, was auf den Tisch kommt. Also vorher fragen, worum es sich handelt, damit man es auch mag.

8. Dégustation
Gerade in teuren Restaurants gibt es oft ein Menu de Dégustation. Das ist preiswerter, als das Angebot auf der Karte und man erhält von jedem ein Wenig. Das macht Spass und ist spannend. Achtung! In einigen Restaurants gibt es dieses Menue nur am Mittag!

9. Mittags oder Abends
Die Preise in den Restaurants und Bistros sind Mittags günstiger als am Abend. Damit soll versucht werden, die Menschen noch mehr zur Mittagszeit ins Lokal zu locken. Wenn Sie auf den Pfennig bzw. den Cent schauen müssen, nutzen Sie das aus. Schöner ist es aber, am Abend so richtig zu tafeln und Mittags nur einen Imbiss einzunehmen.

10. Getränke
Es ist Ihre Sache, was Sie trinken. Ein Spitzenwein ist aber auch spitzenteuer. Überall erhalten Sie auch offene Weine in weiss, rot und rosé in der Karaffe, der durchaus trinkbar ist. Ausserdem gibt es viele Flaschenweine auch in einer kleinen Flasche (0,35l). Das ist natürlich auch billiger. Verzichten sollten Sie auf Bier zum Essen. Da in Frankreich Bier eher zu den Apéritifs zählt, hat es auch entsprechend hohe Preise. Ausserdem schmeckt das deutsche Bier nun wirklich besser.

11. Vertrauen Sie dem Autor dieser Seiten:
Ausnahmsweise gebe ich Ihnen nun ein paar Tipps, wo ich selber gerne hingehe:
- 47, Rue Déscartes (hinter dem Panthéon) ins Tire Bouchon. Das Menue kostet ca. 15 Euro (Vor-, Haupt- und Nachspeise) und ist so richtig schön französisch-familiär. Dazu kommen noch Getränke (Apéritif(s), Wein(e), Mineralwasser (normales Wasser ist überall umsonst), Café, Digestif). Getränke sind nicht ganz billig. Rechnen Sie locker noch mal mindestens 60% des Menuepreises für die Getränke!
Unser Tipp: Vorspeise: Salade au lardon (frischer Salat mit angebratenen Speckwürfeln) oder Chèvre chaud (gebackener Ziegenkäse) oder Avocat aux fruits de mer (Avocado mit Krustentieren) oder Escargot (Schnecken).
Hauptspeise: Tagliatelle au saumons (Nudeln mit Lachs, dem Hausfisch in Paris) oder Entrecôte Roquefort (feines Stück vom Rind in Roquefort-Sauce). Nachspeise: Käse oder Sorbet (Halbgefrorenes aus Früchten) oder Coup Colonel (Zitronensorbet in Wodka).
Schönen Gruss an Antoine, der netteste Wirt von tout Paris!

- 9, Rue Grégoire de Tours (geht vom Boul' St. Germain ab in Richtung Seine etwa in Höhe Odéon) ins Au Beaujolais. Menue ca. 16 Euro. Spezialität: Boef Bourgignon.

- Für Leute, die das Aussergewöhnliche mögen: 112-114, Rue Mouffetard, Eingang Rue de l'Arbalète ins Café Egyptien. Hier gibt es nur Kleinigkeiten ägyptischer Art zu Essen. Nehmen Sie den grössten Teller mit Kostproben aller Art und ägyptisches Fladenbrot satt. Kostet trotzdem nicht mal 6 Euro. Getränke sind antialkoholisch, weil der Wirt Mario noch immer hinter seiner Lizenz herläuft! Empfehlung: Tee oder Fruchtsäfte. Clou der Sache: nach dem Essen eine Wasserpfeife. Der Tabak wird in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten. Keine Bange: Mario zeigt genau wie's geht! Dazu der Mandoline lauschen, die dort von Morgens bis spät Nachts live gespielt wird. Wenn Sie es ganz lauschig mögen: die Treppe runter in die 'Opiumhöhle': ein Keller aus dem 18. Jahrhundert (mindestens). Achtung: Das Café ist ägyptisch eingerichtet. Erwarten Sie keine Tische, Stühle usw. Hier gibt es Bänke mit Kissen und kleine Ablagemöglichkeiten für die Tabletts mit den Speisen.

- Rue du Faubourg Montmartre ins Chartier, das preiswerteste Belle-Epoque-Restaurant der Stadt. Es liegt im 9. Arrondissement, Metrostation Grand Boulevards, Linien 8 oder 9. Nur ein paar Schritte in die Rue du Faubourg Montmartre, liegt es auf der linken Seite in einem kleinen Hinterhof (aber von der Strasse aus zu sehen). Chartier ist riesig und hallenartig gebaut. Dennoch ein faszinierendes und hübsches Belle-Epoque-Restaurant. Weil es so preiswert und vergleichsweise gut ist, ist es auch immer voll. Also am besten frühzeitig dort sein (so gegen 19.00Uhr), damit man Platz findet. Traditionelle französische Küche mit täglich wechselndem Angebot.

- Die neuesten Entdeckungen des Autors liegen im Quartier Latin und an der Place Nation. Hier liegt der Schwerpunkt auf Fisch. Da er in der nächsten Zeit weiterhin in Ruhe dort hingehen möchte, verrät er die Adressen nur auf Anfrage.

Soweit zu den Themen Restaurant/Bistro. Noch ein Wort zu den Cafés. Neben Kaffee aller Art bekommen Sie natürlich auch andere Getränke. Die meisten Menschen werden dort allerdings Kaffee trinken. In der Früh Café au Lait oder Café Crème mit oder ohne Croissant, ansonsten den petit Café Noir bzw. Express. Er ähnelt dem Espresso aus Italien. Verlangen Sie dazu ein Glas Wasser. Es ist kostenlos, wird aber freiwillig nicht angeboten. Ein Schluck Wasser zwischendurch lässt den Kaffee intensiver schmecken und verhindert vor allem die Entwässerung des Körpers. Das tut Kaffee nämlich. Jetzt wissen Sie endlich, warum Sie nach dem Kaffeegenuss immer Durst haben! Noch was: auch wenn der Express schwarz aussieht und stark schmeckt, ist er dennoch extrem magenfreundlich, denn durch seine intensive Röstung sind ihm viele Reizstoffe entzogen. Nicht jedoch das Koffein! Aber ein wenig Gift brauch der Körper doch auch, oder?
Die Speisen in den Cafés sind bei weitem nicht so gut wie in Bistros oder Restaurants. Dafür teurer. Also, gegessen wird woanders!

Wenn es mal eine stilvolle Kleinigkeit sein soll, dann versuchen Sie mal eine Bar aux vins, die es auch überall gibt. Offene Weine auch der teuren Sorten gibt es hier, da glasweise, deutlich preiswerter. Dazu werden interessante würzige Kleinigkeiten an Speisen geboten.

Zwischendurch werden Sie auch mal einen Salon de thé entdecken. Das Angebot ähnelt den Cafés - es gibt nur mehr Teesorten und auch eine grössere Kuchenauswahl. Zu Mittag werden auch kleine warme und kalte Speisen angeboten.

Oups! Da hätten wir doch beinahe etwas vergessen. Und dieses Etwas ist immerhin eine Institution in Paris: die Brasserie! Ursprünglich waren Brasserien so etwas wie Gasthausbrauereien. Das Bier wurde dort selber gebraut und zusammen mit würzigen Mahlzeiten angeboten. Da die Bierbrauer damals fast ausschliesslich aus dem Raum Elsaß-Lothringen kamen, war die kulinarische Spezialität natürlich Choucroute à L' Alsace, Sauerkraut auf Elsässer Art, d.h. mit allem drum und dran. Heutzutage braut keine Brasserie mehr das Bier selber. Allerdings bieten sie in der Regel viele verschiedene Sorten dieses Getränkes aus aller Welt an. Und noch immer kann man in den Brasserien Sauerkraut essen (Achtung! Magenerweiterung!). Aber grundsätzlich haben sich Brasserien zu einem Mittelding aus Restaurant und Bistro entwickelt. Grosse Speisekarten und grosse Getränkeauswahl. Berühmte Brasserien sind das Bofinger (älteste Brasserie der Stadt) an der Bastille, Lipp am Boul' St. Germain (Prominentenbrasserie! Das Volk kommt in den ersten Stock, damit man den Pöbel nicht so sieht! Nur wer Gnade in den Augen der Belegschaft findet, sitzt sichtbar unten!) und Balzar in der Rue des Écoles im Quartier Latin (Unibistro: Profs, Studenten, Ex-Studenten, Pariser, Touristen. Nettes Lokal in altem Stil).

Zu guter Letzt eine weitere französische Spezialität: die Crèperie. Ein restaurantähnliches Lokal, welches nur Crèpes aller Art anbietet. Traditionell wird dann Cidre, ein moussierender Apfelwein, dazugetrunken. Mehr zu den Crèpes lesen Sie im Kapitel Fast Food.

ANMERKUNG: Seit ein paar Jahren ist in Frankreich das Rauchen in öffentlichen Gebäuden verboten. In Lokalen müssen Nichtraucherplätze angeboten werden. Hahahahaha! Selten so gelacht! In den öffentlichen Gebäuden kümmert sich kein Mensch drum! Und in den Lokalen sieht es noch interessanter aus: Wenn es überhaupt echte Nichtraucherzonen gibt, dann in der Regel neben den WC's oder in einer anderen dunklen Ecke. Die meisten Lokale behelfen sich mit Nichtraucherschildern, die jedoch sofort entfernt werden, wenn man les Cigarettes rausholt. Es soll schon mal passiert sein, dass ein sich beschwerender Nichtraucher über qualmende Gäste am Nebentisch schlicht und einfach vor die Tür gesetzt wurde... Vive la Grande Nation!

Wenn Sie gerne weitere Adressen und Telefonnummern von Lokalen in Paris haben möchten, dann mailen Sie mir unter Angabe der Gegend, in der das Resto liegen soll. Antwort kommt bestimmt!