ESSEN & TRINKEN: Super-/Hypermarché

Wenn es auch so klingen mag, als ob die qualitätsbewussten Franzosen selbst die Dinge des täglichen Bedarfs ausschliesslich im Fachgeschäft oder auf dem Markt einkaufen - keine Bange: es klingt nur so. Otto-Normal-Franzose kauft, wie wir auch, den Grossteil seiner alltäglichen Dinge im Supermarkt ein. Einmal pro Woche geht es im Auto an den Stadtrand. An vielen Portes, allerdings aus steuerlichen Gründen hinter der Péripherique (also ausserhalb der Stadtgrenzen), gibt es die Hypermarchés. Wir nennen solche Giganten 'Einkaufscentren auf der grünen Wiese'. Und dort wird dann so lange eingekauft, bis nichts mehr reinpasst ins Auto.

Der Rest und was im Laufe der Woche sonst noch so fehlt, wird dann im Supermarché des Quartiers eingekauft. Die Franzosen leben mit den gleichen Zwängen wie wir auch: Findet im Quartier kein Wochenmarkt am Samstag statt, dann hat man eben keine Zeit, diesen zu besuchen, weil man schliesslich in der Woche arbeiten muss. Und Fachgeschäfte sind zwar gut, aber auch relativ teuer. Und auch der arbeitende Franzose muss rechnen, wenn er über die Runden kommen will. Und wenn auch das Durchschnittseinkommen deutlich über dem unsrigen liegt, dann tun es die Lebenshaltungskosten aber leider auch und so bleibt unter dem Strich auch nicht mehr im Portemonnaie des Parisers übrig, wie in der Geldbörse des Kölners.

Supermarchés gibt es überall in der Stadt. Von der Miniausgabe bis zum grossen Geschäft. War bis in die 80er Jahre hinein Felix Potin der König der Supermarchés in der französischen Metropole, so sind diese Läden inzwischen von der Bildfläche verschwunden, bzw. von anderen Ketten übernommen. In jedem Arrondissement findet man auf alle Fälle die leuchtend roten Buchstaben "Monoprix". Oft mehrfach. Monoprix gehört zu den günstigsten Geschäften. In der Regel findet man auf dem Niveau RDC (= Rez de Chaussee = Erdgeschoss) Kleidung und Waren der Kategorie Non-Food. Im Sous-sol (Souterrain/Untergeschoss) ist dann der Supermarché. Grundsätzlich findet man dort alles, was auch in Deutschland so üblich ist. Nur von vielem auch ein bisschen mehr: mehr Käsesorten, mehr Fleisch, mehr Fisch, mehr Gemüse, viel mehr Wein, mehr antialkoholische Getränke. Ausserdem findet man auch hier Stände mit fertigem und warmen Essen: Traiteur und Rôtisseur. Auffallend sind die vielen Waren, die bei uns zur Kategorie Delikatesse zählen und die gar nicht erst zum Warenbestand der Supermärkte gehören.

Tipp: Auch Monoprix führt Eigenmarken. Erkenntlich an dem roten Wort "Monoprix". Diese Waren sind qualitativ gut und preislich sehr günstig. Hier kann man viel Geld sparen!

Und noch was: In Paris gibt es leider keinen Aldi. Der wäre bestimmt der Preisbrecher. Wir wissen nicht, warum es keinen gibt, denn am Rande der Stadt haben wir schon ein Zentrallager entdeckt. Und wir wissen auch, dass Aldi sehr wohl in Restfrankreich Niederlassungen hat!