Essen & Trinken:

Trinktipps

Was ist unser Hauptanliegen in diesem Kapitel? Richtig! Preiswert davonzukommen, ohne verzichten zu müssen. Deshalb nun ein paar Tipps für Ihren Parisaufenthalt (einige davon haben Sie schon in epischer Breite in den Unterkapiteln gelesen und die werden hier nur noch einmal der Vollständigkeit halber aufgeführt):

1. Besorgen Sie sich beim p'tit arabe an der Ecke oder im Supermarché eine Halbliterflasche Wasser (Evian, Vitel, Contrex und wie die sonst noch alle heissen). Nichts löscht besser den Durst bei Ihren ausgedehnten Besichtigungstouren, wie Wasser. Es ist dazu noch gesund wegen der Mineralstoffe, spottbillig, lässt sich gut transportieren und macht nicht dick.

2. Vom petit café noir (Express) können Sie ruhig ein paar Tassen mehr trinken. Er weckt die müden Lebensgeister und ist, trotz seines kräftigen Geschmacks, sehr magenschonend. Die Franzosen wissen das und selten bleibt der Kaffeeverbrauch unter vier bis sechs Tassen am Tag.

3. Zum petit café noir können Sie sich überall ein Glas Wasser bestellen. Es ist kostenlos und wird deshalb grundsätzlich nicht offen angeboten (kann man ja nichts dran verdienen). Dieses Glas Wasser hat seinen tieferen Sinn: Kaffee entzieht dem Körper Wasser in der gleichen Menge, wie ihm Kaffee zugeführt wird. Das macht schlapp! Also gleicht man aus, indem man zum Kaffee Wasser trinkt. Diese Weisheit kommt aus Italien und ist wissenschaftlich nachgewiesen.

4. Auch zum Essen können Sie sich immer eine kostenlose Karaffe Wasser bestellen. Vermeiden Sie allerdings (wenn Ihnen an einem freundlichen Ober gelegen ist), nur Wasser als Getränk zu bestellen. Üblich ist der Wein zum Essen und dazu eine Karaffe Wasser.

5. Wenn Sie Flaschenweine bestellen, kann dies teuer werden. Überall werden halbe Flaschen angeboten, das reicht für zwei Personen, wenn dazu eine kostenlose Karaffe Wasser geordert wird. Sehr viele Restaurants bieten auch offene Weine im Krug an. Erwarten Sie dann keine kulinarische Offenbarung, aber trinkbar sind diese Hausmarken immer und die preiswertesten unter den angebotenen Weinen allemal.

6. Wenn Sie Geld sparen wollen, dann sollten Sie kein Bier und keine ausländischen Erfrischungsgetränke zum Essen bestellen. Bier gilt eher als Apéritif und ist daher teuer. Ausländische Erfrischungsgetränke, wie z.B. Coca Cola liegen preislich weit über den einheimischen Produkten.

7. Ein wahrer Durstlöscher ist der Citron pressé. Sie erhalten ein Glas mit dem Saft einer ausgepressten Zitrone, Zucker und eine Karaffe Eiswasser. Das schmeckt, ist gesund, aber leider auch nicht ganz preiswert. Dieses Getränk liegt in der Preisklasse einfacher Apéritifs.

8. Möchten Sie einen Apéritif vor dem Essen, dann trinken Sie ihn in einem Bistro und gehen danach erst in ein Restaurant, um dort zu essen. Die Apéritifs in den Restaurants liegen preislich immer höher als in den Bistros. Selbiges gilt für Digestifs.

9. Der richtige Franzose trinkt so zwischen 18 und 20 Uhr vor dem Essen seinen Pastis. Pastis ist sowohl Oberbegriff, wie auch Markenname für den Klassiker Anisschnaps. Wir kennen in Deutschland eher die Marken Pernod und Ricard. Der Preis im Bistro liegt bei 7,50 Euro (Oh la la! Das ist ja richtig Geld! C'est la vie! Jetzt haben Sie mal einen Eindruck vom französischen Preisgefüge. In deutschen Lokalen kostet das Getränk ca. 1,80 - 2,50 Euro). Dafür gibt es in den Bistros, die nicht nur von Touris leben, auch immer ein wenig Knabberei dazu.

10. Sehr beliebt in  Frankreich sind Getränke aus Wasser und Sirup. Der ungeschlagene Lieblingssirup der Franzosen ist der mit Pfefferminzgeschmack. Den erkennen Sie sofort. Er ist giftgrün (mit einem schönen Gruss von BASF). Sie können auch Bier mit Sirup bekommen. Das hat dann entfernte Ähnlichkeit mit Berliner Weisse. Hier ist der Hit seit Jahren: Bier mit Grenadine oder seit jüngerer Zeit auch mit Citron.

11. Ein beliebter Apéritif ist noch immer und seit jeher der Kir. Einfacher Kir besteht aus Crème de Cassis (Johannisbeerlikör) und trockenem Weisswein. Zum Kir Royal wird er, wenn statt Weisswein Champagner genommen wird.

12. Champagner ist in den Lokalen in der Stadt der Liebe vergleichsweise preiswert. Aber nur relativ gesehen. In einigen Lokalen bekommen Sie Champagner auch glasweise. Dann sollten Sie ruhig mal zuschlagen. Empfehlung: Champagner zu Austern!

13. Und die nun folgende Aussage gilt für alles, was man kauft: Der grosse touristenvolle Boulevard ist immer teurer als die kleine Seitenstrasse mit den Einheimischen. Ein bis zwei mal abgebogen und ein paar Meter gelaufen, schon sind alle Waren deutlich preisgünstiger. Und vor allem: Sie sind in einem Lokal, das wirklich französisches Flair hat. Wo die Franzosen sitzen und sich über die Dinge des Alltags unterhalten. Lauschen Sie ruhig ein wenig. Besser kann man Paris und die Pariser gar nicht kennenlernen.

14. Was oben reinkommt muss auch unten wieder raus. Deshalb gestatten Sie uns diesen Hinweis: Die französischen Toiletten sind immer noch, vor allem in alten Lokalen, in der traditionellen Art gebaut. Loch in Erde, Haltegriff an Wand (nicht immer!) und dann sieh zu, wie du das Zeug loswirst. Zum Glück sind 90% der Damentoiletten inzwischen mit Sitzbecken ausgestattet. Bei den Herren sind es aber nur höchstens 30%! Seien Sie auch nicht erstaunt, wenn kleinere Lokale, gerade in den Randgebieten, nur eine Toilette für Männlein und Weiblein haben. Das ist erlaubt in Frankreich. Und letztlich: der Raum ist abgeschlossen - wer sollte da wie und wem was abgucken?

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