Grundlagen allen Lebens sind natürlich, neben der Liebe, vor allem Essen und Trinken. Deshalb wollen wir auch einen aktuellen Bericht über Restaurants in Paris beifügen. Es handelt sich um persönliche Einschätzungen und Vorlieben. Also chèrs amis: nicht verallgemeinern, s'il vous plaît! Es gab in jüngster Vergangenheit für uns nicht nur Schönes zu erleben. Deshalb nennen wir das Kapitel

Gastronomische Entdeckungen

Klein, gemütlich, liebevoll geführt, leckeres Essen und, was uns ja alle interessiert, äusserst preiswert. Das sind in aller Kürze die Eckdaten eines Lokales, das wir schon als Studenten fanden und in dem wir noch immer Stammgäste sind. Es liegt in einer wirklich schnuckeligen Fressmeile im Quartier Latin, ganz nah am Panthéon. Und wenn Sie mal einen Blick auf die verschiedenen Menues werfen wollen (natürlich mit Preisangaben), dann klicken Sie einfach auf den Namen unseres ganz speziellen Lieblingslokales:

Le Tire Bouchon.

Es ist wirklich unsere allerwärmste Empfehlung und damit absolut TOP


Gleich mehrmals in Paris finden Sie ein belgisches Restaurant, das für Muschelfreunde inzwischen zu einem beliebten Treffpunkt wurde. Die Rede ist von Léon de Bruxelles. Im letzten Jahr verlief ein Besuch unsererseits nicht so erfreulich. Das hat sich durchaus geändert. Wir urteilen deshalb erneut. Sie sollten Léon nicht unbedingt besuchen, wenn in der Tür schon Gäste auf Tischzuweisung warten. Dann herrscht Hektik und nicht unbedingt das, was wir alten Germanen so unter gepflegter Gastlichkeit verstehen. Ist es jedoch nicht bis auf den letzten Tisch gefüllt, dann gibt man sich durchaus Mühe. Für Fastfood-Gegner sei aber erwähnt, dass Léon zu einer Kette gehört, die irgendwie ganz leichte Anleihen bei MACDO und Co. genommen hat. Dennoch: für Muschelfreunde gibt's für diese Preise einfach keine Alternative. Und die Belgier sind legendär für Muscheln und Pommes!

Deshalb auch ein paar Worte zum Angebot: Muscheln in allen Variationen: gekocht, überbacken, fritiert. Wie in Belgien üblich, erhält auch der Gast in Paris immer Fritten dazu und kann diese auch solange kostenlos nachbestellen, bis sie irgendwo wieder rauskommen. Leider haben Restaurantketten eine Archillesverse: Die Mitarbeiter sind samt und sonders Angestellte, denn der Besitzer sitzt irgendwo anders in der Welt in einem weichen Stuhl und kontrolliert die Einnahmen. Ergebnis: Der Gast wird zwar freundlich behandelt, aber eben spürbar nach der Mitarbeitervorschrift "Umgang mit Kunden, Kapitel 1-Absatz 9". Herzlichkeit der alten Art finden Sie nur in den kleinen Restaurants, in denen der Patron selber nach dem Rechten schaut!

Dennoch unsere neue Bewertung: TOP für Muschelfreunde


So, und nun ein Tipp, von dem weder der richtige Name, noch eine exakte Adresse bekannt ist. Aber da die Fans dieser Seiten ja ausgesprochen pfiffig sind, sehen wir überhaupt keine Probleme. Es ist ein Tipp für den ganz ganz schmalen Geldbeutel. Sagt Ihnen der Name Clignancourt etwas? Da war doch was......! Genau! Sie meinen den riesigen Flohmarkt, der jeden Samstag, Sonntag und Montag Vormittag geöffnet ist. Sie nehmen an besagten Tagen die Metro bis Porte de Clignancourt, also bis zur Endstation. Folgen Sie dann einfach den Menschenmassen stadtauswärts. Gehen Sie auf der in Laufrichtung linken Strassenseite. Und nach in paar Schritten stehen Sie schon mittendrin im Budenzauber. Kurz vor Beginn des ersten Marktes, dem Markt der Händler mit den Neuwaren vor der Péripherique, sehen Sie auf Ihrer Strassenseite eine Art MacDonalds. Die Betreiber sind allerdings unabhängig und bieten chinesische, griechische und französische Schnellküche. Deshalb heisst dieser Ort der Einkehr auch "Saveurs d'ici et d'ailleurs" - sinngemäß übersetzt: "Leckeres von hier und anderenorts". Hier bekommen Sie solche Traditionsgerichte wie Merguez-Frites. Sollten Sie unbedingt mal probieren. Merguez sind deftig gewürzte Lammwürste, dunkel gegrillt und in der Regel farbintensiv orange. Werden Sie als Tourist erkannt, bekommen Sie auch Messer und Gabel und das Essen wird sich auch auf einem Teller befinden. Lachen Sie nicht! Das ist bei den Einheimischen Vorortparisern nicht so! Da wird alles auf das Tablett geknallt und fertig! Oft ist wenigstens noch eine Serviette drunter! Aber deftig, kräftig, rustikal ist es dort allemal! Und so richtig schön authentisch! Vor allem dann, wenn man um Ketchup und Mayo für die Pommes bittet. Da wird von jeder dieser delikaten Beigaben einfach ein Löffel voll auf das Tablett gehauen. Und wer nicht aufpasst hat auch gleich was auf der Jacke. Kaschpritzzzzz! Trotzdem viel Spass! Und weil es Spass macht und die Merguez lecker schmecken, obwohl das Ambiente nicht gerade in Verzückung versetzt, bekommt diese kleine Klause in  Clignancourt eben auch ein   TOP


Aber wieder zurück zur traditionellen Gastronomie. In den Nebenstrassen vom Boulevard St. Germain finden Sie so einige nette Restaurants zu erschwinglichen Preisen. Eine von den Nebenstrassen heißt Rue St. Gregoire du Tours und ist eigentlich mehr ein Gässchen. Sie liegt zwischen dem Boul' St. Germain und der Rue de Bucci, der berühmten Marktstraße im 6. Arrondissement. In fast jedem Haus ist ein preiswertes Restaurant. Wir haben an dieser Stelle bisher das Restaurant Au Beaujolais empfohlen. Die Spezialität dieses Restaurants waren bodenständige Pariser Gerichte zu angemessenen Preisen. Leider haben sie jedoch nicht geschafft, dieses günstige Preis-Leistungs-Verhältnis zu halten oder gar auszubauen. Die Qualität, so konnten wir nach mehreren kürzlichen Besuchen feststellen, ist einfach zu unterschiedlich, um es uneingeschränkt zu empfehlen. Wir mussten leider erleben (wie auch ein paar der Besucher, die dort aufgrund unserer Empfehlung aßen), dass die Qualitäten stark zwischen gut und mangelhaft schwankten. Uneingeschränkt empfehlen können wir es, wie schon gesagt,  deshalb nicht mehr. Das bedeutet jedoch nicht, dass es einfach schlecht ist. Noch immer kann man dort gut essen. Aber eben mit Betonung auf "kann" und wer hat schon Lust, auf sein Glück zu hoffen?


Neu in unserer Liste ist das Chartier. In einem der ältesten noch erhaltenen Straßenzügen des Vieux-Paris finden Sie ein wahres Prachtexemplar von originaler Fin-de-Siècle-Gastronomie. Das Lokal ist nicht nach Jugendstil dekoriert - es wurde in dieser Zeit errichtet und steht bis heute so. Außerdem werden dort, ähnlich wie im Au Beaujolais, Altpariser Rezepte gepflegt. Also ein Kleinod echter ursprünglicher Küche. Allerdings sollten Sie früh da sein, wenn Sie Wartezeiten vermeiden wollen. Man kennt Chartier! Ab 19 Uhr sollten Sie damit rechnen, ein paar Minuten (oder auch ein paar mehr) auf Ihren Platz warten zu müssen.

Dafür erwartet Sie ein beeindruckender Aufenthalt und ein tolles Essen. Das ganz Besondere bei  Chartier: Die Menuekarte wechselt täglich. Sie können trotzdem schon mal schauen, was heute angeboten wird. Einfach hier klicken und dann auf "Menu" gehen. Und dabei stellen wir fest: Sie können relativ preiswert dabei sein, aber auch deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen, um ein Festmahl zu erhalten. Dennoch: überhaupt kein Vergleich zu Lokalen, in denen Ähnliches geboten wird. Ich habe mal an einem beliebigen Tag folgendes (ich gebe zu: schon recht opulentes) Menu für mich ausgesucht: Vorspeise, Fischgang, Hauptspeise mit extra Gemüse, Käse, Dessert, dazu der Hauswein. Nehme ich das preiswerteste Angebot, komme ich auf 24,60 Euro. Dieselbe Auswahl, aber vom Feinsten: 50,50 Euro. Dann habe ich aber auch 12 Weinbergschnecken, Languste, gratiniertes Lammsteak mit Champignons à la Provencale dazu, feinsten Brie aus Meaux und Erdbeertorte mit Schlagsahne gehabt. Beschränken Sie sich nur auf Vor-, Haupt- und eine Nachspeise, kommen Sie noch preiswerter weg: von 15,20 bis 31,60 Euro. Wohlgemerkt: inklusive Tischwein!!! Tja, was sollen wir dazu sagen? Das ist wirklich und wahrhaftig

TOP TOP TOP

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Ein Abend bei Chartier

Hinweis: das Chartier ist bis zum 1. Juli 2009 wegen Renovierung geschlossen!


Alles durchstudiert? Auf das Tire-Bouchon und das Au Beaujolais geklickt? Dann geht es hier zurück zur Homepage!