FORTBEWEGEN MIT DEM TAXI

Zunächst mal ein paar deutliche Worte: Pariser Taxifahrer sind weder herzensbrecherische Charmeure noch flegelhafte Rüpel. Sie sind Menschen wie Du und ich. Und wenn Sie sie so behandeln, werden Sie so manchen wertvollen Tipp bekommen.

Es gibt noch Dinge in Paris, die im Vergleich BRD-France billiger sind! Taxen gehören dazu. Also gönnen Sie sich ruhig mal so eine Kraftdroschke. Besonders am Abend, wenn die Metros seltener fahren und Sie vielleicht nicht so gerne durch die dann doch etwas verlassenen endlosen Gänge irren wollen.

Man kann natürlich eine Taxe telefonisch ordern. Man kann! Man sollte aber nicht! Erstens dauert das manchmal endlos, zweitens kommt die Taxe manchmal überhaupt nicht. Machen Sie es wie die Pariser. An die Strasse stellen, Blickkontakt zu einem vorbeifahrenden Taxi herstellen und wie ein Ertrinkender winken. Aber nur, wenn das weisse Taxischild auf dem Dach leuchtet, sonst ist das Taxi ohnehin besetzt oder der Fahrer hat keine Lust zu arbeiten. Unter dem Schild sind drei kleine Lämpchen mit den Zahlen 1-3. Leuchtet 1, fahren Sie zu dem günstigen Tagestarif, leuchtet 2, fahren Sie zu dem etwas teureren Abend- und Nachttarif, leuchtet 3, dann wird es noch ein wenig teurer, denn der Fahrgast will in Vororte. Dafür gibt es eine Art Gefahrenzuschlag.

So, Sie winken also. Der Fahrer erblickt Sie (das können diese Leute sagenhaft gut) und tritt sofort und kräftig auf die Bremse. Sollte er sich gerade auf der vierten Spur befinden, dann lenkt er dabei sofort ein, um über die anderen drei Spuren an den Strassenrand zu kommen. Schon herrscht das nackte Chaos. Aber was soll's. Sie steigen ein! Hinten! Alle! Der Beifahrersitz ist tabu! Aus Sicherheitsgründen für den Fahrer wird dieser Platz grundsätzlich nicht besetzt. Statt dessen breitet der Chauffeur sein Déjeuner darauf aus oder lässt seinen Hund darauf thronen. Kümmern Sie sich nicht drum. Nennen Sie ihr Fahrziel und bewundern Sie die Fahrkünste und die Frechheit der Fahrer, mit der sie sich durch den Verkehr wurschteln. Bei der Gelegenheit: Denken Sie mal darüber nach, ob Sie Ihre nächste Parisreise wirklich im eigenen Auto unternehmen wollen!

Irgendwann kommen Sie an. Nennt der Fahrer Ihnen einen höheren Fahrpreis, wie auf der Uhr angezeigt, dann ist das in Ordnung, sofern Ihr Fahrziel Bahnhof oder Flughafen heisst und/oder Sie Gepäck dabei haben. Das kostet nämlich Aufschlag. Ist aber nicht so tragisch. Rechnen Sie 10 bis 15% Trinkgeld drauf, das ist so Brauch. Gibt es mehr, dann hebt der Chauffeur auch die Koffer für Sie aus dem Auto raus und lächelt. Gibt es kein Trinkgeld, dann sollten Sie besser kein Umgangsfranzösisch verstehen. Lassen Sie ihn schimpfen und verdrücken Sie sich umgehend. Im Ernst: Das Mindesttrinkgeld sollte er schon haben. Taxifahrer verdienen sehr sehr wenig!

Tipp: Fahren Sie mal per Taxi in der Nacht die beleuchteten Monumente des Stadtzentrums ab. C'est magnifique!

Noch ein Tipp: Paris hat über'n Daumen 15.000 Taxen. Aber nicht im Regen! Dann sind keine da. Und die, die da sind, sind voll. Einzige Hilfe: Geduld und winken, winken, winken! Noch 'ne Hilfe: Begeben Sie sich direkt zu einem Taxistand in Ihrem Arrondissement (ist auf guten Karten eingezeichnet). Von dort können Sie, wenn nicht ohnehin eine da ist, mit dem dort installierten Telefon eine Taxe rufen. Meist (aber nicht immer) mit besserem Erfolg!

Für die, die unbedingt telefonisch eine Taxe bestellen wollen:

Alpha-Taxis: 01 45 85 85 85
Artaxi: 01 42 03 50 50
Taxis G7: 01 47 39 47 39
Taxis-Radio-Etoile: 01 41 27 27 27