Na, den Ironman-Wettbewerb mitgemacht und nur müde gegähnt? Mit Messner den Yeti gesucht und dabei tödlich gelangweilt? Von Frankreich bis England durch den Ärmelkanal gekrault und auch keinen Kick mehr gespürt? Dann haben wir da was für Sie. Ein Tipp für die ganze durchtrainierte Familie, eingesandt von Thorsten Schiffer und seiner Tochter Daniela (beide siehe Foto unten). Und wenn die das geschafft haben, dann sollten Sie doch wohl auch nicht schlapp machen wollen, oder? Auf geht's Leute!

Fünf Stunden per Pedes durch Paris

Wir starten auf der Place de la Concorde. Wie man da per Metro oder per Bus hinkommt, das wissen Sie ja schon. Wenn doch nicht, dann schnell die Kapitel Fortbewegen-Metro bzw. -Bus durcharbeiten. So. Wir stehen also auf der Place de la Concorde, dem grössten Platz in Paris. Mitten drauf der Obelisk, das älteste Stückchen Stein in der Metropole. Schauen wir um uns herum, dann sehen oder ahnen wir (da tiefer gelegen) die Seine mit der Brücke Pont de la Concorde, dahinter die Nationalversammlung, die Assemblée Nationale. Drehen wir uns langsam im Uhrzeigersinn weiter, dann schauen wir an den Pferden von Marly vorbei in die Champs Elysées bis zum Arc de Triomphe, streifen mit unserem Blick das Hôtel de Crillon, das Hôtel de la Marine, denken kurz an die FIA, die dort ihren Sitz hat und Schumi das Leben schwer macht. Durch die Lücke der beiden Häuser hindurch entdecken wir den Bruder (oder die Schwester?) der Assemblée, die Madeleine. Wir beenden unseren Runddreh mit einem Blick auf die Tuilerien, den berühmten Park des Louvre. Und sollten Sie sich tatsächlich trauen, vom Obelisken aus die Place zu überqueren und das auch lebend schaffen, dann könnten wir ja mal einen Blick auf die Karte werfen, um kurz zu schauen, was wir heute vor haben.

Nicht vergessen: den Stadtplan sollten Sie unbedingt dabei haben! Also los geht's. Wir gehen in Richtung Seine, bleiben an diesem Ufer und gehen rechts am Wasser entlang bis zur nächsten Brücke, der schönsten von Paris: Pont Alexandre III. Vorbei an gülden glänzenden Skulpturen überqueren wir schweigend ergriffen dieses Meisterwerk ästhetischer Schönheit und laufen direkt auf eine weitere güldene Schönheit zu: der Invalidendom, Grabmal des kleinen grossen Korsen, einst der Kaiser der Franzosen und noch heute Inbegriff für die Macht und die Stärke der Grande Nation. Mehrere Museen sind dem Invalidendom angegliedert, die allesamt eher dem Thema Militär gewidmet sind. Wer's mag, der schaue sich die Museen an. Wir denken, ein Besuch des Grabmales reicht und gehen weiter.

Wir spazieren auf der Avenue de la Motte Piquet, bis wir genau zwischen École Militaire und dem Marsfeld bzw. dem Eiffelturm stehen. Gerade durch das Champ de Mars gehen wir zum Turm der Türme. Zunächst erkunden wir den Platz und staunen über die vergleichsweise kleinen Füsse des riesigen Eisenkerles. Hier standen auch Thorsten und Daniela Schiffer, als sie dieses Foto (rechts) machten. Ein Blick genau unter dem Turm stehend nach oben lässt uns die Meisterleistung Eiffels ahnen. Wie war das noch? Wer in Paris war, ohne auf dem Eiffelturm gewesen zu sein, der ist ein Drückeberger! Also Augen zu und durch. Durch durch das endlose Warten vor der Kasse. Durch durch die Sardinenbüchse, die man Fahrstuhl nennt. Und durch durch den Alptraum für Höhengeängstigte, die starren Blicks mit dem Rücken zur Wand sich standhaft weigern, oben an das Geländer zu treten, um diesen einmaligen Blick zu geniessen. Im Ernst: wer einmal oben war, vergisst es nie wieder. Also Augen zu und (s.o.).

Wieder unten angekommen, überqueren wir die Seine und werfen einen Blick auf den Trocadéro, den etwas monströsen Palast, erbaut für die Weltausstellung. Doch vor dem Wasserbassin gehen wir leicht schräg rechts durch den Park bergauf, folgen der Avenue d'Iéna bis zur Place d'Iéna. Hier biegen wir in die nächste Strasse links wieder hinein, die Avenue du Président Wilson und gehen zurück bis zum Trocadéro. Ein kurzer Schlenker zwischen den beiden Gebäudeteilen durch und wir haben noch einmal einen gigantisch tollen Blick auf den Eiffelturm. Wir sagen jedoch Adieu zu Monsieur Eiffel und wenden uns in die Avenue Kléber, eine der Prachtstrassen des vornehmsten Arrondissements in Paris, dem XVI.. Wie viele Nationalbanken muss man überfallen, um sich hier auch nur das Grundstück für einen Zeitungskiosk kaufen zu können? Nicht neidisch werden! Was hinter diesen edlen Mauern lebt und arbeitet ist oft alles andere, als dagobertinisch reich! Zwischen dem herrlichen Grün der Bäume taucht schemenhaft das Zeichen der Macht und der Siege aus vergangenen Zeiten auf: der Triumpfbogen.

Machen Sie sich nicht unglücklich und benutzen Sie die Unterführung zwischen Champs Elysées und Arc, um unterirdisch und sicher auf die Place Charles de Gaulle, die alle immer noch Étoile nennen, zu kommen.

Rauf auf den Arc de Triomphe. Ein toller Blick und ein kleines Museum über die Geschichte des Monumentes im Inneren belohnen dafür. Ein Blick nach Nordost: die Grande Arche de la Défense als Endpunkt der Königsachse. Nordwest: die Spitze von Sacré Coeur? Südwest: Champs Elysées, Concorde, Louvre und manchmal sogar Bastille. Süd: die Spitze des Eiffelturmes und dahinter die glänzende Kuppel des Invalidendomes.

In die Champs Elysées, die elysischen Felder, gehen wir dann auch. Die linke Straßenseite ist interessanter, aber rechts kommt zunächst das Office du Tourisme. Ganz schnell umsonst eindecken mit Prospekten aller Art. Dann weiter an Autosalons, Restaurants (teuer!), Boutiquen, Disney-Shop, Virgin-Megastore und einigen schönen Passagen vorbei. Mitten drin: das Lido. Karten vorbestellen für eine Show? Am Rond Point beginnt ein Park. Auf der linken Seite: der Elyséepalast, der Regierungssitz des Präsidenten und am Wochenende der berühmte Briefmarkenmarkt. Rechts tauchen Grand und Petit Palais auf. Einst Pavillons für die Weltausstellung 1900, jetzt Heimat für Kunstausstellungen und Naturkundemuseum für Kinder. Wir beenden unseren kleinen Rundgang an der Stelle unseres Aufbruches: die Place de la Concorde, der Ort, auf dem zu Zeiten der Revolution die Guillotine stand und tausenden von Menschen ein schreckliches Ende bereitete. Aber das ist eine andere Geschichte...

Idee dieses Kapitels: Thorsten Schiffer; Fotos und Animationen: Daniela Schiffer, Thorsten Schiffer, Monsieur Bernard; Text: Monsieur Bernard.

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