FOTOSPAZIERGANG DURCH PARIS

Teil 1

Fotos auf Homepages? Das nervt! Weniger den, der DSL oder ähnliche futuristische Techniken sein Eigen nennt, sondern mehr die, die als stumme Mehrheit noch immer analoge Anschlüsse bevorzugen und sich vielleicht sogar auch noch mit einem 28,8-Modem herumquälen. Dennoch wollen alle Fotos. Egal wie lange es dauert. Bon. Schnappen wir uns unsere Kamera und spazieren durch Paris...


Die Seine. Wahrzeichen und Lebensader der Metropole. Wobei sich Lebensader inzwischen eher auf touristisch orientierte Seine-gebundene Betriebe bezieht. Denn die Zeiten, in denen die Stadt weitgehend auf dem Flusswege versorgt wurde, sind vorbei. Wer jetzt sein Einkommen über die Seine verdient, der vermietet Boote, führt Seinerundfahrten für Touristen durch oder besitzt ein Restaurantschiff. Es gibt allerdings auch noch Menschen, die auf einem der vielen Hausboote wohnen. Dies ist nicht nur sehr individuell, sondern im Vergleich zu landgebundenen Wohnungen deutlich billiger.


Abendstimmung am Boulevard St. Germain. Das Motorengeräusch wird etwas leiser, der Wind ein wenig frischer. Die Bistros, Brasserien, Cafés und Restaurants glitzern in buntem Licht, das die Gäste anlocken soll. Zwischen 20 und 21 Uhr ist kein Tisch mehr frei. Touristen vermischen sich mit Parisern und schlemmen Speisen aus aller Herren Länder. Ein buntes Sprachengewirr beherrscht die Atmosphäre. Und nur die Garcons, die Ober in den Lokalen, scheinen alle irgendwie zu verstehen. Essen und Trinken kann ganze Kontinente verbinden...


Ein seltenes Bild, das eigentlich nur Studenten an der historischen Sorbonne zu sehen bekommen. Der Innenhof mit Blick auf die Universitätskirche, in der Kardinal Richelieu, der grosse Staatsmann und Förderer der Universität, seine letzte Ruhe fand. Nur ein Mal im Jahr öffnet sich ein winzig kleiner Teil der Sorbonne für das gemeine Volk. Es handelt sich um den Tag des Denkmals, alljährlich im Herbst, wo man sonst nicht möglichen Zutritt in Gebäude und Monumente erhält. Endlose Menschenschlangen stehen an -zig Orten in der Stadt, alle mit dem Wunsch, einen Blick auf sonst Verschlossenes zu erhaschen.

Die Sorbonne ist auch der Grund für die Bezeichnung Quartier Latin für das Viertel, in der sie steht. Weil hier hauptsächlich Professoren und Studenten wohnten, sprach man bis zur französischen Revolution Latein miteinander. Als Übung, als Abgrenzung und als Erkennungszeichen. Selbst die Damen des ältesten Gewerbes der Welt sprachen Latein mit ihren Kunden. Die Gleichheit der Revolution beendete die Situation und forderte im Rahmen der Brüderlichkeit, die Sprache der Mehrheit zu benutzen, damit alle die Freiheit erhalten, auch in diesem Viertel leben und arbeiten zu können.


Paris bot in alter Zeit an vielen Ecken das Vergnügen, an einer Karussellfahrt teilzunehmen. Noch immer stehen an vielen Orten solche Fahrgeschäfte. Im Innenhof des Louvre, zu Füssen der Sacré Coeur, am Eiffelturm, in La Défense. Es hat sich allerdings vieles geändert. War die Karussellfahrt früher ein Vergnügen für Erwachsene, so ist es jetzt ein Kinderspass geworden. Und das Material der Geschäfte ist inzwischen aus Metall und Polyester.

Echte geschnitzte und mit Blattgold besetzte Karussells findet man nur noch im Museum für Jahrmarktskunst, dem Musée des Arts Forains in Bercy, gleich hinter dem Village, der Freizeit- und Einkaufsmeile am Cour St. Emilion. In ehemaligen Weinlagerhäusern, wie sie früher fast ausschliesslich in Bercy eng an eng standen, werden Buden und Fahrgeschäfte längst vergangener Zeit gezeigt. Und viele Exponate funktionieren noch und können ausprobiert werden. Ein El Dorado für Freunde dieser herrlichen volkstümlichen Kunst.


Armut und Reichtum in stiller Eintracht. In einem der wirklich armen Vororten Paris, in St. Quen, oft in Häusern, die halb abgebrochen und verkommen sind, findet sich wohlhabendes Klientel ein, um bei wohlhabenden Händlern wertvolle Dinge für die eigenen vier Wände zu erstehen. Aber Vorsicht! Nicht alles, was golden glitzert, ist auch Edelmetall! Nicht alles, was das Licht durch tausend Facetten bricht, sind Brillianten! Vieles ist nur kunstvoll vor einigen Wochen in irgendeiner kleinen Werkstatt entstanden. Aber wer sich täuschen lässt, ist selber schuld. Schliesslich weiss doch jeder, wo er ist: auf dem grössten Flohmarkt Europas, der Puces St. Quen in Clignancourt. Neues, Gebrauchtes, Antikes, Massenware und Einmaliges wird in einem ganzen Stadtviertel feil geboten. Aber nur von Samstag bis Montag tobt hier das Leben. Dienstag bis Freitag ist das Viertel völlig ausgestorben. Selbst die Bistros sind dann geschlossen. Und nur dann sieht man auch die teilweise maroden Häuser, die sonst hinter der Pracht verschwinden.


Mehr Bilder? Sind in Arbeit. Einfach mal wieder reinschauen. Es lohnt sich! Unsere Bilder stammen, wie Sie gesehen haben, nun wirklich nicht alle aus dem Touriprospekt 08/15!

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